Ich bin ein bisschen schief – na und? Meine Skoliose und Yoga.

Ein bisschen schief sind wir alle.

Das liegt in unserer Natur – symmetrisch wäre langweilig. Aber ein bisschen zu viel schief ist „nicht ok“. Eine Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule. Meine Skoliose ist thorakolumbal, bei Diagnose betrug sie 24 Grad. Ich habe als Jugendliche über ca. 3 Jahre ein Korsett getragen, habe begleitend Physiotherapie nach Katharina Schroth gemacht und bin regelmäßig in Bad Sobernheim gewesen.

Das Korsett war für mich ein Albtraum und eine Qual – sowohl körperlich als auch psychisch. Meine Skoliose hat zumindest auf den ersten Blick keine akuten Schmerzen oder ähnliches verursacht. Für mich war das eher immer ein psychisches Thema. „Ich bin schief.“ Und „Ich trage dieses hässliche Korsett.“. Wenn ich mich gebückt habe, ist auf meiner rechten „Paketseite“ eine für mich riiiiesige Beule hochgekommen. Enganliegende Kleider haben mich immer gestört. Später habe ich regelmäßig Blockaden gehabt, meistens auch im Bereich Iliosakralgelenk (ISG-Blockade). Ich weiß nicht ob meine Skoliose da eine Rolle spielt.

Was hab ich gemacht?

Die Physiotherapie hat meine Skoliose stabilisiert. Als Erwachsene habe ich das ganze dann „schleifen“ lassen. Einige Jahre später bin ich stärker in die Krümmung reingesunken– das wollte ich nicht. Ich habe angefangen Sport zu treiben um meine Muskulatur zu stärken und habe die fortschreitende Krümmung stoppen können. Dazwischen habe ich schon in die mir bekannten „aufrichtenden“ Übungen mit weiterem ergänzt, was mir gutgetan hat. Da waren zum Beispiel die Bücher von Benita Centieni: Tigerfeeling (z. b. das Rückenprogramm).

Dann habe ich mit Yoga angefangen 😊. Benita Centieni beschreibt ihre Erfahrungen mit Yoga im Bezug auf ihre Skoliose und ich konnte vieles nachvollziehen. Ich bin zwar erst durch meinen Unfall auf Anusarayoga gekommen. Aber ich bin froh, dass es so gekommen ist. Ich war erstaunt, wie viele Parallelen es in den Ansagen, Übungen und Ausrichtungen gab. Ich habe vieles wiedererkannt. Vieles wurde weitergeführt und es kam der Aspekt der Energie und der Ausrichtungsprinzipien dazu – das ganze wurde immer runder.

Und jetzt?

Ich praktiziere nun seit ca. Mitte 2016 Anusarayoga. Vor einigen Wochen habe ich wieder eine Messung vornehmen lassen und jetzt kommt der Hammer: Ich konnte die Krümmung inzwischen sogar reduzieren! Die regelmäßige, kräftigende und aufrichtende Praxis haben einen positiven Effekt auf meine Skoliose! Es gibt bestimmte Asanas bei denen ich spüre, wie sie meiner Skoliose guttun. Dazu gehören vor allem Drehhaltungen und Twists. Aber auch seitliche Öffnungen, bei denen ich spüre wie es im Bereich der Rippen und dem Brustkorb „hell“ wird, tun mir sehr gut, z. B. Parvatasana oder auch sowas wie Parivrtta Janusirsasana.

Inzwischen denke ich nicht mehr an meine Skoliose. Ich ziehe enge Kleider an und mir ist egal ob ich ein bisschen „schief“ bin. 😊 Ich habe mich durch Yoga aufgerichtet. Körperlich und geistig und das tut gut. Psychosomatisch wird der Skoliose etwas zugeschrieben, was ich auf mich übertragen kann. Das unbewusste Verbiegen und Verdrehen zur Erreichung von Zielen. Abwenden und Zudrehen, z. B. bestimmten Elternteilen spielt eine große Rolle. Yoga hat mir hier geholfen eine bewusste Hinwendung zu kultivieren. Ich glaube, dass diese Aufrichtung durch Yoga mir ein neues körperliches und seelisches Gleichgewicht geschenkt hat. Dafür bin ich sehr dankbar.

Egal ob Skoliose oder nicht: Richtet euch auf. Körperlich und seelisch.

Euer Fuchs.

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