Sankalpa. Das brennende Herz.

Geht es euch auch manchmal so, dass ihr gefangen seid in Mustern? Irgendwie eingeengt, in dem was andere von euch erwarten, was ihr glaubt sein zu müssen oder einfach vorkonditioniert? Dass ihr vielleicht manchmal auch vergessen habt, warum ihr dieses oder jenes macht? Dass ihr es einfach macht?

In den letzten Monaten ist mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt worden. Und alles hat sich angefühlt wie eine Wellenbewegung. Eine Welle von Stärke und Klarheit kam, gefolgt von einer Welle von Trotz, Wut, Manipulation (meiner selbst oder anderer). Dann kam wieder eine Welle von Zuversicht und Positivität, gefolgt von einer Welle von Angst und Selbstzweifel. Ich habe immer wieder gedacht – warum ist das so?

Ich habe für mich herausgefunden, dass es verschiedene Gründe hat: Ich kann nicht akzeptieren. Ich will, dass es so ist wie ich es will. Ich meine zu wissen, wie es besser ist. Wenn ich dann für einen Moment zufrieden bin – mit dem was ich habe – dann sehe ich alles ganz klar und denke „Es ist alles gut.“. Leider verlässt mich das Gefühl immer wieder.

Es gab eine Stunde mit Vilas, die mich sehr berührt hat. Sein Thema zu Beginn der Stunde war „Sankalpa“. Er hat es mit den schönen Worten „das brennende Herz“ beschrieben. Die Worte haben sich in meinen Kopf – und auch mein Herz – gebohrt und mich tage- sogar wochenlang verfolgt. Und ich möchte euch gerne vermitteln, was das mit dem zu tun hat, was ich vorher beschrieben habe. Für etwas – oder jemanden – zu brennen ohne auszubrennen. Das ist ein schöner Gedanke, oder?

Hinter jeder einzelnen unserer Handlung steht eine Absicht. Sankalpa beschreibt noch mehr: eine Vorstellung, ein Schwur mir selbst gegenüber, eine definitive Entschlossenheit zur Umsetzung. Ich weiß, dass ich irgendwie vergessen habe was ich mir selbst geschworen habe. Irgendwann habe ich mal Dinge gesagt wie „Wenn ich dann mal groß bin…“, „Wenn ich dann arbeit…“ „Wenn ich dann….“. Wo sind denn diese „Wenn ich dann…“‘s geblieben?

Diese Wellen von negativen Gefühlen, die mich Sachen machen lassen, auf die ich nicht stolz bin. Sachen sagen lassen, die lieber ungesagt geblieben wären. Diese Wellen kommen, weil ich vergessen habe was meine Intention ist. Aber je mehr ich weiß – was mich wirklich antreibt – desto mehr sind die „guten Wellen“ präsent. Desto kleiner werden die „negativen Wellen“. Desto mehr kann ich meinem Verhalten eine Bedeutung geben. Desto weniger lenken mich die „negativen Wellen“ ab.

Wenn ich weiß, was meine Vision ist – für mich und auch für mein Leben. Wenn ich es aussprechen kann. Laut und klar. Ohne etwas zurückzuhalten. Ohne mich zu schämen. Dann habe ich „mein Sankalpa“. Meine Intention. Meinen Weg. Nicht das, was mir von außen auferlegt wird, oder erwartet wird. Nichts was ich glaube zu wollen, weil ich einem Bild oder einer Vorstellung hinterherjage.

Sankalpa ist keine Idee von „Ich bin zu dick, deshalb nehme ich mir vor mehr Sport zu machen.“. Sankalpa gibt mir und meinen Gedanken eine feste Richtung, es ist mein Traum – oder ein Aspekt meines Lebenstraums.

Yoga hat mich gelehrt das zu kultivieren. Mir mein „Sankalpa“ immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Es präsent sein zu lassen. Und ich merke wie es mich, meinen Umgang mit mir selbst und meinen Umgang mit anderen Menschen verändert. Dass es mich stärker macht.

Ich hoffe ich konnte euch eine Idee vermitteln.  Von dem, was ich gespürt habe oder jetzt spüre. Vielleicht nehmt ihr euch einen Moment der Stille, schließt die Augen und zieht euren Traum hervor. Euer „Sankalpa“. Und lasst ihn nicht mehr los. Es lohnt sich ihn festzuhalten.

Euer Fuchs.

2 Kommentare

  1. Toll geschrieben
    Worte die man immer wieder lesen muss um wieder achtsamer zu werden/zu fühlen
    Sensibler mit sich und dem Umfeld umzugehen
    Danke für deine Gedanken

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